Geschichte, Valentin-Karlstadt-Museum und rückwärts laufende Uhr

Isartor in München: das mittelalterliche Stadttor

Das Isartor ist eines der drei erhaltenen Stadttore Münchens und das einzige, das noch seinen historischen Hauptturm besitzt. Wer vom Isartorplatz durch die drei Torbögen ins Tal geht, entdeckt eine mittelalterliche Toranlage, ein großes Historienfresko und eine Uhr, die tatsächlich rückwärts läuft.

In den Türmen befindet sich außerdem das „Valentin-Karlstadt-Musäum". Seit dem 10. Juli 2026 ist das Museum nach seiner Brandschutzsanierung wieder geöffnet – mit einer neuen Ausstellung über Liesl Karlstadt und einer überarbeiteten Präsentation zu Karl Valentin.

Adresse und Öffnungszeiten

Tal 50 , 80331 München

Isartor in München
Michael Hofmann

Das Isartor im Kurzüberblick

  • Baujahr: 1337 als Teil der zweiten Münchner Stadtbefestigung
  • Besonderheit: einziges erhaltenes Münchner Stadttor mit Hauptturm
  • Architektur: Hauptturm, dreibogige Durchfahrt und zwei achteckige Flankentürme
  • Fresko: Triumphzug Kaiser Ludwigs des Bayern nach der Schlacht bei Mühldorf
  • Kurioses Detail: Die Turmuhr auf der Seite zum Tal läuft rückwärts
  • Museum: Valentin-Karlstadt-Musäum seit 1959 im Isartor
  • Wiedereröffnung: seit dem 10. Juli 2026 wieder für Besucher*innen geöffnet
  • Besichtigung: Außenanlage und Durchgänge sind ohne Eintritt zugänglich

Mittelalterliches Stadttor am Eingang zur Münchner Altstadt

Isartor in München
Michael Hofmann

Das Isartor entstand 1337 als östlicher Zugang durch den zweiten Mauerring der Stadt. Die Anlage besteht aus einem rechteckigen Hauptturm, einem ursprünglich von Mauern umschlossenen Torhof, zwei achteckigen Flankentürmen und einer Stirnseite mit drei Durchgängen.

Von der Seite des Isartorplatzes führt der Weg durch das Tor direkt ins Tal. Der historische Straßenzug verläuft weiter zum Alten Rathaus und zum Marienplatz und bildete früher einen wichtigen Zugang zur Stadt. Heute treffen am Isartor mittelalterliche Architektur, Innenstadtverkehr und Münchner Kulturgeschichte unmittelbar aufeinander.

👉 Das 1337 errichtete Isartor ist eines der drei erhaltenen Münchner Stadttore und das einzige, das noch seinen historischen Hauptturm besitzt.

Die Geschichte des Isartors: Rettung, Kriegsschäden und Wiederaufbau

Das Isartor im Jahr 1858, rechts die Gaststätte Adelmann.
© Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel www.schirmer-mosel.com

Nachdem die mittelalterliche Stadtbefestigung ihre ursprüngliche Funktion verloren hatte, verfiel auch das Isartor. Im frühen 19. Jahrhundert stand ein Abriss der Anlage zur Diskussion. König Ludwig I. entschied sich jedoch für ihren Erhalt und ließ das Tor von 1833 bis 1835 durch den Architekten Friedrich von Gärtner restaurieren und zu einem bayerischen Nationaldenkmal umgestalten.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Isartor schwer beschädigt. Von 1946 bis 1957 folgte die Wiederherstellung. Eine weitere umfassende Sanierung fand 1971 und 1972 statt, als die S-Bahn unter dem Tor gebaut und das Umfeld des Isartorplatzes neu gestaltet wurde. Dabei wurde auch der Nordturm für zusätzliche Museumsräume erschlossen.

Das heutige Erscheinungsbild geht daher nicht allein auf das Mittelalter zurück: Es verbindet erhaltene Teile der historischen Toranlage mit der Umgestaltung des 19. Jahrhunderts und den Wiederherstellungsarbeiten nach dem Zweiten Weltkrieg.

👉 Das heutige Isartor vereint mittelalterliche Bausubstanz mit der Restaurierung Friedrich von Gärtners aus dem 19. Jahrhundert und dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg.

Das Fresko zeigt den Triumphzug Ludwigs des Bayern

Über den drei Durchgängen erstreckt sich ein großes Wandfresko von Bernhard Neher dem Jüngeren. Es entstand 1835 während der Umgestaltung des Isartors durch Friedrich von Gärtner.

Die Darstellung zeigt den Einzug beziehungsweise Triumphzug Kaiser Ludwigs des Bayern nach seinem Sieg über Friedrich den Schönen von Habsburg in der Schlacht bei Mühldorf im Jahr 1322. Das Fresko machte aus dem mittelalterlichen Stadttor zugleich ein Denkmal für den Wittelsbacher Herrscher.

👉 Das 1835 geschaffene Fresko von Bernhard Neher zeigt die Rückkehr Kaiser Ludwigs des Bayern nach der Schlacht bei Mühldorf von 1322.

Valentin-Karlstadt-Musäum seit Juli 2026 wieder geöffnet

Valentin-Karlstadt-Musäum
Michaela Mühlbauer

Seit 1959 ist in den Türmen des Isartors das Valentin-Karlstadt-Musäum untergebracht. Zunächst war es Karl Valentin gewidmet; seit der Eröffnung des Liesl-Karlstadt-Kabinetts im Jahr 2001 trägt es den Namen beider Bühnenpartner*innen.

Nach der Brandschutzsanierung wurde das Musäum am 10. Juli 2026 wiedereröffnet. Neu eingerichtet wurde die Ausstellung „Liesl Karlstadt – Flug zum Mond“. Sie erzählt von Karlstadts Biografie und Karriere, zeigt aber auch weniger bekannte und private Seiten der 1892 als Elisabeth Wellano geborenen Künstlerin. Film- und Hörstationen lassen ihr vielseitiges Schaffen lebendig werden.

Die Karl-Valentin-Ausstellung „Sturzflüge in den Zuschauerraum“ wurde umfassend überarbeitet. Zu sehen sind persönliche Gegenstände, Fotografien, Instrumente und Originalrequisiten – darunter ein Fahrrad, ein Steckenpferd, ein aufgedoppelter Zylinder und eine von Liesl Karlstadt getragene Uniformjacke. Neu inszenierte Dioramen greifen bekannte Szenen des Künstlerduos auf.

Die Dauerausstellung „An jedem Eck a Gaudi“ widmet sich der Geschichte der Münchner Volkssänger*innen. Auch der Eingangsbereich und das Turmstüberl unter dem Dach wurden erneuert.

👉 Das Valentin-Karlstadt-Musäum im Isartor ist seit dem 10. Juli 2026 wieder geöffnet und zeigt erstmals die neue Ausstellung „Liesl Karlstadt – Flug zum Mond“.

Warum eine Uhr am Isartor rückwärts läuft

Spiegelverkehrte Uhr am Isartor München
Katy Spichal

Am Hauptturm des Isartors befinden sich zwei Uhren – aber eine davon läuft rückwärts. Die Uhr auf der Ostseite zum Isartorplatz zeigt die Zeit auf die übliche Weise an.

Auf der Westseite in Richtung Tal sind dagegen das Zifferblatt und die Laufrichtung der Zeiger gespiegelt: Die Zeiger bewegen sich gegen den Uhrzeigersinn. Die ungewöhnliche Gestaltung spielt mit Karl Valentins Humor und der bekannten Redensart, dass in Bayern die Uhren anders gehen.

Die beiden heutigen Turmuhren wurden 2005 eingebaut.

👉 Am Isartor läuft die Turmuhr auf der Westseite in Richtung Tal gegen den Uhrzeigersinn; die Uhr zum Isartorplatz zeigt die normale Zeit an.

Kultur und Feuerzangenbowle im Innenhof

Der Innenhof des Isartors wird für Ausstellungen, Konzerte und weitere Kulturveranstaltungen genutzt. Programme des Valentin-Karlstadt-Musäums finden dabei nicht nur in den engen Turmräumen, sondern teilweise auch unter freiem Himmel statt.

Im Winter ist der Innenhof außerdem als Schauplatz der Münchner Feuerzangenbowle bekannt. Dafür wird ein großer Kessel aufgebaut, über dem der mit Rum getränkte Zuckerhut brennt. Die jeweiligen Termine und Öffnungszeiten werden saisonal veröffentlicht. Während der Sanierung des Musäums wurde diese Adventveranstaltung an Ausweichorten durchgeführt. 

👉 Der Innenhof des Isartors wird für Kulturveranstaltungen genutzt und ist im Winter traditionell Schauplatz der Münchner Feuerzangenbowle.

Service-Infos zum Isartor und Valentin-Karlstadt-Musäum

  • Adresse: Tal 50, 80331 München
  • Lage: Am östlichen Ende des Tals zwischen Altstadt und Isartorplatz
  • Isartor besichtigen: Außenanlage und Durchgänge sind grundsätzlich frei und ohne Eintritt zugänglich
  • Museum: Die Innenräume der Türme sind über das Valentin-Karlstadt-Musäum zugänglich
  • Öffnungszeiten Musäum: Montag, Dienstag und Donnerstag bis Samstag von 11 bis 18 Uhr, Sonntag von 10 bis 18 Uhr
  • Geschlossen: mittwochs sowie vom 24. bis 26. Dezember und am 1. Januar
  • Eintritt: Erwachsene 3,99 Euro, ermäßigt 2,99 Euro
  • Freier Eintritt: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie Auszubildende
  • Anfahrt: S-Bahn, Tram 16 und 18 sowie Bus 132 bis Haltestelle Isartor
  • Barrierefreiheit: Die Ausstellungsräume und das Turmstüberl sind nur über eine Wendeltreppe erreichbar; ein Aufzug ist nicht vorhanden

FAQ: Häufige Fragen zum Isartor

Blick vom Tal auf das Isartor
Katy Spichal

Was ist das Isartor in München?

Das Isartor ist ein 1337 errichtetes Stadttor am östlichen Rand der Münchner Altstadt. Neben dem Karlstor und dem Sendlinger Tor gehört es zu den drei erhaltenen Toranlagen der früheren Stadtbefestigung.

Wann wurde das Isartor gebaut?

Das Isartor wurde 1337 als Tor der zweiten Münchner Stadtmauer errichtet. Sein heutiges Erscheinungsbild wurde außerdem durch die Restaurierung von 1833 bis 1835 und den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg geprägt.

Kann man das Isartor von innen besichtigen?

Die Durchgänge und der Innenhof können grundsätzlich frei besichtigt werden. Die Räume in den Türmen sind im Rahmen eines Besuchs des Valentin-Karlstadt-Musäums zugänglich.

Warum läuft die Uhr am Isartor rückwärts?

Die Turmuhr auf der Seite zum Tal besitzt ein spiegelverkehrtes Zifferblatt und läuft gegen den Uhrzeigersinn. Die Uhr auf der Seite zum Isartorplatz zeigt die Zeit dagegen normal an.

Ist das Valentin-Karlstadt-Musäum wieder geöffnet?

Ja. Das Valentin-Karlstadt-Musäum wurde nach seiner Brandschutzsanierung am 10. Juli 2026 wiedereröffnet.

Wann hat das Valentin-Karlstadt-Musäum geöffnet?

Das Musäum ist montags, dienstags und donnerstags bis samstags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Sonntags öffnet es bereits um 10 Uhr; mittwochs bleibt es geschlossen.

Ist das Valentin-Karlstadt-Musäum barrierefrei?

Nein. Die Ausstellungsräume und das Turmstüberl sind nur über eine Wendeltreppe erreichbar. Im Isartor gibt es keinen Aufzug

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Auf einen Blick

Isartor

Tal 50
80331 München